NieR-Chroniken 9 — Die Stadtruinen und das Leben des Widerstands
Kapitel dieser Geschichte
Vom Bunker in die Stadtruinen: der Alltag der Kämpfenden
Spoilerhinweis: Dieses Kapitel behandelt den Bunker nach dem ersten Einsatz, die Besuche in den Stadtruinen und im Widerstandslager sowie die Vorbereitung der Untersuchung in der Wüste. Es folgt dem Hauptweg und den frühen Aufträgen. Persönliche Hintergründe, die Bewohner in optionalen Gesprächen erzählen, werden entsprechend unterschieden.

1. Die beiden kehren zur Erde zurück

Nachdem 2B und 9S im Bunker ihren Dienst wieder aufgenommen haben, erhalten sie einen Auftrag von der Kommandantin. Sie sollen den Widerstand auf der Erde kontaktieren und die Aktivitäten der Maschinen vor Ort untersuchen. Beim ersten Abstieg stand die Zerstörung der riesigen Waffe in der Fabrik im Vordergrund. Diesmal gehört auch dazu, Beziehungen zu den Menschen aufzubauen, die unten weiterleben und kämpfen. Sie kehren auf dieselbe Erde zurück, doch die Gegenstände ihrer Untersuchung und der Kreis ihrer Begegnungen werden größer.
Mit ihren Flugeinheiten nähern sie sich den Stadtruinen und landen bei einem hohen Gebäude. Die gewaltigen, von Menschen errichteten Strukturen stehen noch, aber das Leben in ihrem Inneren ist längst erloschen. Pflanzen wachsen an den Gebäuden, Tiere bewegen sich zwischen eingestürzten Straßen und Hochhäusern. Nach dem Kampfgebiet einer Fabrik, deren Maschinen noch arbeiteten, sehen die beiden nun eine Erde, auf der anderes Leben auch ohne Menschen weiterwächst.
Während sie die Stadt durchqueren, bekämpft 2B die Feinde, während 9S die Umgebung und verfügbare Informationen beobachtet. Einst von Menschen genutzte Anlagen und heutige Wege der Androiden erfüllen nicht mehr genau dieselben Zwecke. Gebäude und Straßen lassen früheres Leben erahnen, sind aber zugleich Gelände, das die beiden auf dem Weg zu ihrem Ziel erklimmen und durchqueren müssen. Ihr Ziel ist nicht die Vernichtung aller irgendwo in der Stadt befindlichen Feinde, sondern der Stützpunkt des Widerstands, der hier ausharrt.
Die Funkverbindung zum Bunker bleibt bestehen. 2Bs Operatorin heißt 6O, die von 9S ist 21O. Obwohl sie dieselben Orte durchstreifen, haben sie unterschiedliche Gesprächspartnerinnen, und auch der Ton ihrer Gespräche unterscheidet sich. 6O ist vergleichsweise herzlich und zeigt persönliche Anteilnahme, während 21O Berichte und Einsatzabläufe betont. Beide erfüllen dieselbe Aufgabe als Stimmen von YoRHa, werden später aber als Personen mit eigenen Beziehungen und Wünschen sichtbar.
2. Das Lager, das Anemone zusammenhält

Im Widerstandslager leben Androiden, die schon lange an der Oberfläche kämpfen. Ihr Alltag unterscheidet sich von den zentral geregelten Bedingungen des orbitalen Bunkers. Händler für Vorräte und Waffen, Reparaturkräfte und Bewohner mit Bitten um Untersuchungen oder andere Arbeiten teilen sich denselben Stützpunkt. Hier sind nicht nur neue Soldaten, die an die Front geschickt werden und zurückkehren. Hier leben diejenigen, die auf diesem Boden immer wieder das Nötige beschaffen und einander das Überleben ermöglichen.
Ihre Anführerin ist Anemone. 2B und 9S erklären ihr den Besuch und ihren Auftrag; sie fordert die beiden auf, die Menschen im Lager kennenzulernen. Die Zugehörigkeit zu YoRHa ist hier kein Nachweis dafür, bereits jedes örtliche Problem zu kennen. Über die an der Oberfläche benötigten Informationen und Vorräte verfügt der Widerstand, der hier gelebt hat. Der erste Schritt besteht darin, herauszufinden, was beide Seiten füreinander tun können.
Anemone erzählt bei der ersten Begegnung ebenfalls nicht ihre gesamte Vergangenheit. Zunächst tritt sie als Verantwortliche auf, die das Lager erhält und Untersuchungen und Unterstützung koordiniert. Wenn später Informationen über A2 und den Pearl-Harbor-Abstieg auftauchen, wird eine weitere Seite ihres langen Durchhaltens auf der Erde sichtbar. Die gerade angekommenen 2B und 9S müssen zuerst den Bewohnern zuhören, zu denen sie sie schickt, und verstehen, welche Bedürfnisse diesen Stützpunkt antreiben.
Im Lager liegen die Lebensräume der Bewohner und die Kampfmaterialien beieinander. Der Alltag kann nur weitergehen, wenn sie Waffen beschaffen, ihre Körper reparieren und wieder hinausziehen können. Wollen 2B und 9S Hilfe erhalten, müssen auch sie Materialien zurückbringen können, die jemand anderes braucht. Die Beziehung zwischen kampfstarken neuen Soldaten und einem lange bestehenden örtlichen Stützpunkt entsteht nicht allein durch einseitige Rettung oder Schutz. Sie verbinden sich durch den Austausch notwendiger Arbeit.
3. Warum der Versorgungshändler sein Bein nicht austauscht

Der Versorgungshändler braucht Materialien, weil seine Ausrüstung zur Chipherstellung ausgefallen ist. Sein beschädigtes Bein erschwert ihm den Weg nach draußen. Deshalb besorgen die beiden für ihn jeweils einen kaputten Aufziehschlüssel, ein kleines Zahnrad und einen kaputten Schaltkreis. Außerhalb des Lagers müssen sie Maschinen in der Stadt bekämpfen und deren fallengelassene Teile bergen. Bereits vorhandene Materialien können sie verwenden und nur Fehlendes ergänzen. Es genügt nicht, Feinde zu besiegen: Sie sammeln die verlangten Teile ein, kehren zum Händler zurück und übergeben sie.
Nach Abschluss der Arbeit kann sein Geschäft mit Vorräten und Chips wieder besser laufen. Er ist keine Kommandantin, die aus der Ferne die Gefechtslage analysiert und Anweisungen erteilt, sondern jemand, der jetzt die Ausrüstung des Lagers erhält und Soldaten mit dem Nötigen versorgt. Trotzdem sind Bauteile und Körper für ihn keine Probleme, die sich durch das Auffüllen fehlender Stückzahlen erledigen. Als 9S von seinen Gehbeschwerden erfährt, fragt er sich, warum er das Bein nicht ersetzt.
Der Händler erklärt, dass er die anderen Teile seines Körpers schon oft ausgetauscht hat. Das verbliebene Bein ist das letzte Stück, das ihn mit seinem ursprünglichen Körper verbindet. Würde er auch das ersetzen, hätte er Zweifel, ob er noch derselbe wäre. Neben der praktischen Frage, ob eine Reparatur möglich ist, gibt es einen Grund, den Austausch nicht zu wollen. Für 9S wirkt es vernünftig, einen schlecht funktionierenden Körper zu reparieren. Für den Betroffenen geht es darum, wodurch er weiterhin er selbst bleibt.
Bei ihrem ersten Einsatz verloren 2B und 9S ihre Körper und begegneten einander durch gespeicherte Erinnerungen wieder. Hier hält ein anderer Android an einem verbliebenen Körperteil fest, weil er es mit seiner Identität verbindet. Wesen derselben Art müssen ihren Körper nicht auf dieselbe Weise verstehen. Die beiden können Material liefern, aber nicht an seiner Stelle ändern, nach welchem Maßstab der Händler sein eigenes Leben begreift. Auch nach dem kleinen Auftrag bleibt diese Frage im Lager zurück.
4. Materialien für den Waffenhändler

Auch der Waffenhändler hat ein Problem. Er benötigt vier komplexe Geräte, um seine Wartungsausrüstung zu reparieren. Anders als beim Versorgungshändler stammt das Benötigte nicht vollständig aus Feindkörpern. Die beiden gehen in einen ausgewiesenen Bereich der Stadt, untersuchen die Umgebung und sammeln Bauteile vom Boden auf. Mit allen vier kehren sie zurück und übergeben sie. Die Ausrüstung funktioniert wieder und ermöglicht Waffenhandel und Verbesserungen. Sie beenden keinen Krieg durch einen einzigen großen Sieg, sondern halten den Stützpunkt am Laufen, zu dem sie zurückkehren müssen, um weiterkämpfen zu können.
Wenn YoRHa-Soldaten selbst Vorräte sammeln, schafft das auch Vertrauen zu den Bewohnern. Die beiden bleiben keine Gäste, die allein aufgrund ihrer Organisation jede gewünschte Ausrüstung und Information verlangen. Sie erledigen Bitten, kehren zurück und erkennen die Bedürfnisse beider Seiten. Kann der Waffenhändler weiterarbeiten, können auch 2B und 9S besser vorbereitet zum Einsatz aufbrechen. So entsteht ihre erste Verbindung zum örtlichen Alltag.
Im Lager gibt es zudem eine seltsame Frau, die etwas in der Form eines Maschinenkopfes trägt. Das führt nicht zu einem Kampf, nur weil ihre Kopfbedeckung dem Feind ähnelt. Sie ist eine Gesprächspartnerin, der man Fragen stellen kann. Von ihr erhält man Erklärungen zur Welt und zu Handlungsmöglichkeiten; beim Wartungsdienst kann man sich nach Ausrüstung und Funktionen erkundigen. Anemones Aufforderung, mit den Leuten zu sprechen, endet nicht nach der Übergabe zweier Materialpakete. 2B und 9S lernen verschiedene Bewohner und Aufgaben kennen, bevor sie zu ihr zurückgehen.
Spätere Aufträge führen zur Suche nach Spuren Vermisster oder nach den Orten auf alten Fotografien. Dabei kann auch die Darstellung des Kommandos örtlichen Aussagen widersprechen. Anders als diese optionalen Ereignisse verbinden die jetzigen Bitten des Versorgungs- und des Waffenhändlers den frühen Hauptverlauf mit der nächsten Untersuchung. Die Soldaten erfahren, dass das Lager Hilfe bietet, und erleben zugleich, dass seine Bewohner selbst Hilfe brauchen.
2B hört sich die Aufgabe an und führt die nötigen Handlungen aus; 9S fügt Fragen hinzu. Selbst wenn ein Vorgang mit der Lieferung von Bauteilen erledigt wäre, interessiert ihn, warum sein Gegenüber so lebt. Dass 2B den Rahmen des Auftrags zu wahren versucht und 9S nach den Umständen jenseits davon fragt, wiederholt sich später. Vorerst erweitert der Unterschied Gespräche und das Verständnis für die Einheimischen. Später führt er zu gefährlichen Fragen über YoRHa selbst.
5. Jackass am Wüsteneingang

Nach beiden Händleraufträgen und einem weiteren Gespräch mit Anemone folgt die Untersuchung der Maschinen in der Wüste. Dort zeigen sie ungewöhnliche Aktivitäten. 2B und 9S durchqueren die Stadt in Richtung Wüste und treffen am Eingang die Widerstandsforscherin Jackass. Sie wird keine ständige Begleiterin, die in jedem Gebiet mit ihnen kämpft. Eine mit dem Ort vertraute Person empfängt die Soldaten am Zugang und verschafft ihnen einen Weg hinein.
Jackass sprengt die versperrende Barriere und macht den Weg frei. Die erste Hürde zur Wüste wird weder durch eine große Zeremonie noch durch die Erlaubnis eines neuen Königs überwunden, sondern durch eine Feldforscherin, die Sprengstoff einsetzt. Ihre tatkräftige, raue Art wirkt anders als YoRHas förmliche Berichte. Die Szene zeigt die Arbeitsweise einer Person, die seit Langem gefährliche Dinge an der Oberfläche untersucht.
Bei späteren Forschungsaufträgen von ihr kämpfen die beiden selbst, um Daten über den Zusammenhang zwischen Androiden und Kampf zu sammeln. Dies ist eine später optional fortgesetzte Untersuchung, kein einzelnes Ereignis, das sie jetzt am Wüsteneingang vollständig abschließen müssten. Jackass betrachtet neben dem Maschinenverhalten auch den Zustand kämpfender Androiden als Forschungsgegenstand. Sie bringt Soldaten der eigenen Seite dazu, nach der Funktionsweise ihrer Körper und des Kampfes zu fragen.
Die Wüste bewahrt die Vergangenheit anders als die Stadtruinen. Im Sand finden sich Spuren von Gebäuden und Wohnräumen; in ihrer Umgebung ahmen Maschinen menschliche Kleidung und Verhaltensweisen nach. 2B und 9S gehen hinein, um das Ungewöhnliche an ihnen zu untersuchen. Ließe sich das Problem wie in der Fabrik durch das Zerschlagen eines riesigen Waffenkörpers lösen, wäre es vielleicht leicht zu erklären. Die Worte, die sie in der Wüste hören werden, beginnen jedoch die Maßstäbe zu erschüttern, nach denen sie ihre Feinde bisher eingeordnet haben.
Quellen und Prüfungsumfang
Dieses Kapitel beruht auf dem frühen Spielverlauf nach dem Bunker und den Aufträgen des Widerstands. Im Spiel leitet Anemone das Lager; die geänderte Rollenverteilung des Animes wird damit nicht vermischt. Optionale Aufträge wie Jackass' weitere Forschung werden von notwendigen Hauptereignissen unterschieden. Dies ist eine KI-unterstützte Erzählanalyse der TroubleMaker-Redaktion ohne Übernahme originaler Dialoge oder Liedtexte. Geprüft am 18. Oktober 2026 (Bangkok).
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