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StarCraft-Chroniken Kapitel 6 · Die auf Tarsonis zurückgelassene Stimme

Kapitel dieser Geschichte
  1. Schatten über Tarsonis
  2. Das fallende Herz der Konföderation
  3. Das Eingreifen der Goldenen Armada
  4. Die Schattenoperation des Ghosts
  5. Das isolierte Schlachtfeld
  6. Das Schweigen auf der Brücke und der Verrat
  7. Die abgebrochene Funkverbindung
  8. Die Geburt des Dominions und die Flucht
  9. Verwendete Quellen

Dies ist eine neue Fan-Erzählung, die auf den Ereignissen des Originalspiels basiert. Die Emotionen der Charaktere, Dialoge und die Atmosphäre der Szenen wurden neu gestaltet und enthalten wichtige Spoiler zum Ende.

Schatten über Tarsonis

KI-rekonstruierte Illustration: Jim Raynor stellt Arcturus Mengsk auf der Brücke des Schlachtkreuzers wegen der Psi-Remitter wütend zur Rede, während Sarah Kerrigan besorgt zusieht.
KI-rekonstruierte Illustration: Jim Raynor stellt Arcturus Mengsk auf der Brücke des Schlachtkreuzers wegen der Psi-Remitter wütend zur Rede, während Sarah Kerrigan besorgt zusieht.

Die Flotte der Söhne von Korhal beendete ihren Hypersprung und tauchte lautlos im äußeren Orbit von Tarsonis auf. Unter ihnen strahlte der riesige, von Milliarden Menschen bevölkerte Hauptplanet der Terranischen Konföderation in blauem Licht. In Mengsks Augen blitzten kalt die Rachegelüste und der Ehrgeiz auf, die er so lange gehegt hatte. Alle Blicke der Rebellen waren auf dieses gewaltige Ziel gerichtet.

Auf dem Hologrammtisch der Brücke wurde das Verteidigungsnetz von Tarsonis in hellem Rot projiziert. Mengsk rief Raynor und Kerrigan zu sich und enthüllte schließlich seinen schrecklichen Plan, Psi-Emittersender auf der Planetenoberfläche abzuwerfen. Seine Stimme klang schauderhaft ruhig, als er erklärte, wie er den Zerg-Schwarm anlocken wollte, um die Verteidigungslinien der Konföderation von innen heraus völlig zusammenbrechen zu lassen.

Rayners Gesicht verfinsterte sich augenblicklich, und er schlug heftig auf den Tisch. "Sind Sie wahnsinnig geworden? Da unten leben Milliarden unschuldiger Zivilisten! Das ist kein Krieg, das ist ein reines Massaker!" Seine blutunterlaufenen Augen brannten vor Zorn und Verachtung für Mengsk. Die einstige Kameradschaft zerbrach in diesem Moment in tausend Stücke.

Auch Kerrigan konnte ihre Unruhe nicht verbergen und verschränkte die Arme. In den Geist der mächtigen Telepathin drang bereits das vage, hungrige Bewusstsein der Zerg ein, das von den Emittersendern angelockt wurde. "Jim hat recht, Arcturus. Wenn wir das tun, sind wir um keinen Deut besser als die Konföderation. Wir werden selbst zu den Monstern, die wir bekämpfen."

Mengsk verzog angesichts des heftigen Widerstands der beiden keine Miene. "Wir bringen hier ein notwendiges Opfer, um die Zukunft der Menschheit zu sichern. Solange die Konföderation existiert, wird es in diesem Universum keinen wahren Frieden geben." Sein unerbittlicher Tonfall ließ keinen Raum für Kompromisse, und die Luft auf der Brücke schien augenblicklich einzufrieren.

Raynor stieß einen resignierten Seufzer aus und schüttelte den Kopf. Es war ein qualvoller Schmerz, mitanzusehen, wie die gerechte Sache der Revolution, an die er geglaubt hatte, zu einem grausamen Werkzeug eines machthungrigen Mannes verkam. Er tauschte einen kurzen Blick mit Kerrigan aus, doch da er ihre Lage als Soldatin, die Befehle nicht einfach verweigern konnte, nur zu gut verstand, wurde sein Herz noch schwerer.

Inmitten des schweren Schweigens verkündete Mengsk den Beginn der Operation. "Wir haben keine Zeit für Sentimentalitäten. Kehrt alle auf eure Posten zurück und bereitet euch unverzüglich auf den Einsatz vor." Als sein Befehl erging, begannen die Offiziere auf der Brücke mechanisch zu agieren. Raynor ballte die Fäuste und verließ den Besprechungsraum, ohne sich noch einmal umzusehen, hinein in den kalten Metallkorridor.

Im Hangar liefen die Triebwerke der Landungsschiffe, die für den Abstieg bereitstanden, mit einem tiefen Grollen warm. Kerrigan legte ihren Ghost-Anzug an und überprüfte mit schwerem Herzen ihre Ausrüstung. Jedes Mal, wenn ihre Fingerspitzen den kalten Lauf ihres Gewehrs berührten, quälte sie die Vorstellung von dem grausamen Inferno, das sich bald auf der Oberfläche von Tarsonis entfesseln würde.

Das fallende Herz der Konföderation

KI-rekonstruierte Illustration: Zerg-Hydralisken und Zerglinge stürmen über eine einstürzende Verteidigungsmauer in der brennenden konföderierten Hauptstadt Tarsonis.
KI-rekonstruierte Illustration: Zerg-Hydralisken und Zerglinge stürmen über eine einstürzende Verteidigungsmauer in der brennenden konföderierten Hauptstadt Tarsonis.

Als die Psi-Emitter heimlich an den strategischen Schlüsselpunkten von Tarsonis platziert wurden, hallte das markerschütternde Kreischen der Zerg, das den Weltraum zu zerreißen schien, bis über den Orbit hinaus. Unzählige Sporenkapseln, die durch die Atmosphäre herabstürzten, färbten den Himmel der Hauptstadt wie ein blutiger Regen schwarz. Die einst so stolzen, unbezwingbaren Verteidigungslinien der Konföderation verwandelten sich augenblicklich in ein absolutes Chaos.

Riesige Schwärme von Mutalisken flogen akrobatisch zwischen den Wolkenkratzern hindurch und ließen einen Hagel aus hochgiftigen Stacheln niederprasseln. Auf dem Boden kletterten Tausende von Zerglingen wie wilde Bestien an den Schutzwällen empor und zerfetzten die Marines der Konföderation gnadenlos. Die scheinbar uneinnehmbaren Militärstützpunkte von Tarsonis brachen unter der schieren Masse des Zerg-Ansturms innerhalb weniger Minuten erbärmlich zusammen.

Unzählige Bürger, die auf die Straßen getrieben wurden, stürmten in nackter Panik schreiend zu den Bunkern. Doch selbst die Wege zu den Zufluchtsorten wurden bereits vom säurehaltigen Speichel der Hydralisken weggeschmolzen. Über Mütter, die ihre Kinder im Arm hielten und flohen, und über verletzte Greise machten sich erbarmungslose Klauen her. Die einst so prachtvolle Metropole verkam binnen kürzester Zeit zu einem bluttriefenden Schlachthaus.

Als Raynor das Grauen auf der Oberfläche von der Brücke der Hyperion aus beobachtete, schloss er fassungslos die Augen. Die Todesschreie der Zivilisten, die über die Bildschirme drangen, schnitten ihm wie eine scharfe Klinge ins Herz. "Das ist das Werk von Monstern, die wir eigentlich aufhalten sollten. Und stattdessen haben wir sie selbst herbeigerufen...", flüsterte er, während seine Stimme vor Zorn leicht zitterte.

Mengsk stand mit hinter dem Rücken verschränkten Händen da und wandte den Blick nicht vom Hologrammbildschirm ab. Obwohl das Opfer von Milliarden Menschen in Echtzeit übertragen wurde, war in seinen Gesichtszügen nicht der geringste Hauch von Erschütterung oder Schuldgefühl zu erkennen. Im Gegenteil: Als er sah, wie die symbolträchtigen Gebäude der Konföderation in Flammen aufgingen und einstürzten, umspielte ein schwaches, grausames Lächeln seine Lippen.

Als Raynor dieses Lächeln auf Mengsks Gesicht sah, lief es ihm eiskalt den Rücken hinunter. Ihm wurde schmerzhaft bewusst, dass er, um einen Diktator zu stürzen, im Begriff war, einen anderen – vielleicht noch weitaus schrecklicheren – Tyrannen auf den Thron zu hieven. Er nestelte am Griff der Pistole an seinem Gürtel und musste den Drang unterdrücken, Mengsk auf der Stelle eine Kugel in den Kopf zu jagen.

Kerrigans Einsatztruppe, die noch nicht auf die Oberfläche geschickt worden war, wartete im Bereitschaftsraum schweigend auf Befehle. Kerrigan presste die Hände an den Kopf, gepeinigt von den schrecklichen Schreien, die durch ihren Helm drangen. Die Angst und der Schmerz von Millionen von Menschen, die über ihre Telepathie auf sie einströmten, kratzten unbarmherzig an ihrem Verstand und verursachten unerträgliche Kopfschmerzen.

Obwohl sie in ihrer Vergangenheit als Attentäterin der Konföderation viel Blut an den Händen hatte, fiel es ihr schwer, angesichts eines so wahllosen und gigantischen Massakers ihre menschlichen Schuldgefühle zu ertragen. Doch noch war sie nicht aufgegeben worden. Während sie auf Mengsks nächsten Befehl wartete, umklammerte sie mit zitternden Händen ihr Gewehr und ahnte bereits das grausame Schicksal, das ihr bevorstand.

Das Eingreifen der Goldenen Armada

KI-rekonstruierte Illustration: In einem Landungsschiff reagiert Sarah Kerrigan schockiert und zwiegespalten auf Mengsk Befehl, die Zerg vor den Protoss zu schützen.
KI-rekonstruierte Illustration: In einem Landungsschiff reagiert Sarah Kerrigan schockiert und zwiegespalten auf Mengsk Befehl, die Zerg vor den Protoss zu schützen.

Gerade als die Zerg Tarsonis völlig zu verschlingen drohten, registrierten die Radarsysteme im äußeren Orbit eine gewaltige Energiesignatur. Die Goldene Armada der Protoss unter der Führung von Tassadar materialisierte sich mit einem blendenden Blitz im Raum. Um die Verseuchung durch die Zerg zu reinigen, luden sie unverzüglich ihre Hauptgeschütze auf und begannen, eine überwältigende Feuerkraft auf die Planetenoberfläche niedergehen zu lassen.

Unzählige Interceptoren, die aus den Trägerschiffen strömten, zerfetzten die Mutalisken-Schwärme und rissen die Luftherrschaft an sich. Das Eingreifen der Protoss war für die Konföderation eine wunderbare Rettung, doch für Mengsk, der die Zerg nutzen wollte, um der Konföderation den Todesstoß zu versetzen, war es ein fatales Hindernis. Zum ersten Mal verzog sich Mengsks Gesicht vor Wut, und er öffnete hastig die Kommunikationskanäle, um seine Kommandanten zu rufen.

"Wenn die Protoss die Zerg vernichten, wird die Konföderation überleben. Haltet sie um jeden Preis auf, damit sie nicht eingreifen können!", rief Mengsk mit unüberhörbarer Ungeduld in der Stimme. Er musste Zeit gewinnen, bis die Zerg die verbliebenen Verteidigungskräfte von Tarsonis vollständig ausgelöscht hatten. Und die einzige Person, die für diese scheinbar unmögliche Mission infrage kam, war die Ghost-Agentin Sarah Kerrigan.

Als Kerrigan die Übertragung erhielt, traute sie ihren Ohren nicht. "Soll das heißen, wir sollen die Zerg beschützen? Wir sollen gegen die Protoss kämpfen, um diese Monster zu verteidigen, die unsere eigenen Leute abschlachten?" Ihre Stimme war voller unterdrückter Wut und Verwirrung. Dies war ein Befehl, der die Überzeugungen, für die sie ihr ganzes Leben als Soldatin gekämpft hatte, völlig zunichte machte.

Mengsk erstickte ihren Protest mit seinem gewohnt ruhigen, aber gebieterischen Tonfall. "Dies ist die wichtigste Mission für die gesamte Menschheit, Sarah. Wenn du diesen Befehl nicht ausführst, waren all unsere Opfer umsonst. Vertrau mir." Er nutzte geschickt Kerrigans Loyalität und ihr Gefühl der Schuld ihm gegenüber aus, um ihre mentalen Zweifel zu zerstreuen.

Raynor schaltete sich panisch in den Funkkanal ein und schrie: "Arcturus, das ist Wahnsinn! Brich die Operation sofort ab! Willst du Sarah etwa direkt in diese Hölle schicken?" Doch Mengsk unterbrach kalt die Verbindung. Auf der Brücke verhallte Rayners verzweifelter Schrei ungehört, während Mengsk starr auf die roten Punkte auf dem Taktikbildschirm blickte.

Kerrigan spürte das Schweigen im Kommunikator ihres Helms und stieß einen tiefen Seufzer aus. Obwohl sie wusste, dass Mengsk sie wie eine Schachfigur behandelte, konnte sie sich nicht von den Fesseln der Vergangenheit befreien – von der Tatsache, dass er sie einst aus den schrecklichen Laboren der Konföderation gerettet hatte. Ein tragisches Pflichtgefühl übermannte ihre Vernunft, und schließlich nickte sie schwerfällig.

"Ich werde den Befehl ausführen." Mit dieser kurzen, emotionslosen Antwort beendete Kerrigan die Verbindung. Sie befahl ihren Truppen, sich für den Abstieg bereitzuhalten, und öffnete die Luke des Landungsschiffs. Das unter ihr liegende Tarsonis glich einem riesigen, in Flammen und Blut getränkten Grab. Sie begrub ihre letzten menschlichen Zweifel tief in ihrem Herzen und stürzte sich hinab in die Hölle.

Die Schattenoperation des Ghosts

KI-rekonstruierte Illustration: Sarah Kerrigan zielt aus den Ruinen von Tarsonis mit ihrem Scharfschützengewehr auf einen Hohen Templer der Protoss und kämpft mit ihren Schuldgefühlen.
KI-rekonstruierte Illustration: Sarah Kerrigan zielt aus den Ruinen von Tarsonis mit ihrem Scharfschützengewehr auf einen Hohen Templer der Protoss und kämpft mit ihren Schuldgefühlen.

Nach der Landung in den Ruinen von Tarsonis zog Kerrigan den Ladehebel ihres C-10-Kanistergewehrs zurück und versuchte, ihr aufgewühltes Herz durch die kalte Berührung des Metalls zu beruhigen. Die Umgebung war von Kriecher der Zerg bedeckt, der einen ekelerregenden Gestank verströmte, während das ferne Brüllen der Bestien an ihren Nerven zehrte. Sie aktivierte ihre Tarnvorrichtung und glitt an der Spitze einer kleinen Eliteeinheit lautlos in die Dunkelheit.

Unter einer eingestürzten Überführung hindurchbewegend, wich ihre Truppe geschickt den Blicken der Zerg-Horden aus. Ihr Ziel waren nicht die Zerg, sondern der Außenposten der Protoss, die vorrückten, um die Brut zu säubern. Kerrigan suchte Schutz in den Trümmern und analysierte durch ihr taktisches Visier die Bewegungen des Protoss-Kommandanten. Ihr Atem wurde eisig kalt und gleichmäßig.

Es war der Moment, in dem ein Hoher Templer der Protoss seine Hand in Richtung der Zerg-Horde ausstreckte, um einen mächtigen Psi-Sturm heraufzubeschwören. Kerrigan richtete das Fadenkreuz ihres Visierpräzisionsgewehrs exakt auf den Kopf des Templers. Kurz bevor sie abdrückte, zitterten ihre Fingerspitzen leicht. Das Schuldgefühl, dass das Betätigen dieses Abzugs unzählige Zivilisten den Klauen der Zerg ausliefern würde, schnürte ihrer Seele die Kehle zu.

Doch sie war eine ausgebildete Ghost-Agentin. Kerrigan überwand das kurze Zögern und drückte ab. Mit einem scharfen Knall durchschnitt ein spezielles panzerbrechendes Projektil die Luft. Die Kugel durchschlug den Psi-Schild der Protoss und traf die Schwachstelle des Templers tödlich. Ohne ihren Anführer brach die Formation der Protoss-Streitkräfte augenblicklich zusammen, und es breitete sich großes Chaos aus.

Kerrigans Trupp feuerte gleichzeitig EMP-Granaten und konzentriertes Sperrfeuer auf die verwirrten Protoss ab. Durch den präzisen und tödlichen Schlag wurde die Verteidigungslinie der Protoss wehrlos durchbrochen, und ihr Plan, die Zerg zu säubern, scheiterte völlig. Als Kerrigan auf die gefallenen Protoss-Krieger blickte, empfand sie statt Triumphgefühlen nur eine tiefe, bis ins Mark gehende Reue.

Zur gleichen Zeit verfolgte Raynor auf der Brücke der Hyperion im Orbit mit besorgtem Blick Kerrigans Biosignale und Positionsdaten auf dem Taktikmonitor. Jedes Mal, wenn ein Signal der Protoss erlosch, beschleunigte sich sein Herzschlag. Es bedeutete zwar, dass sie ihre Mission erfolgreich ausführte, doch es bedeutete auch, dass sie bald völlig allein inmitten der Zerg zurückbleiben würde.

Raynor starrte wütend auf Mengsks Rücken und ballte die Fäuste. Ihm wurde übel angesichts von Mengsks Grausamkeit, selbst eine so hingebungsvolle Kameradin als bloßes Verbrauchsmaterial für seine Ambitionen zu missbrauchen. Diese Operation war von Anfang an eine Falle gewesen, die auf dem Opfer von jemandem basierte. Und die Tatsache, dass dieses Opfer ausgerechnet Kerrigan sein sollte, die den Befehlen am treuesten gefolgt war, trieb Raynor in den Wahnsinn.

"Mission erfüllt. Die Protoss-Streitkräfte ziehen sich zurück." Kerrigans erschöpfte Stimme drang aus dem Kommunikator und hallte über die Brücke. Raynor atmete erleichtert auf und dachte, dass sie sofort ein Rettungsschiff schicken müssten. Doch Mengsk schwieg beharrlich, und der kalte Blick eines Mannes, der eine Grenze überschritten hatte, von der es kein Zurück mehr gab, blieb starr auf die roten Punkte des Taktikbildschirms gerichtet.

Das isolierte Schlachtfeld

KI-rekonstruierte Illustration: Auf dem Schlachtfeld von Zerg umzingelt, feuert Sarah Kerrigan verzweifelt ihre Waffe ab, während sie per Funk um Evakuierung bittet.
KI-rekonstruierte Illustration: Auf dem Schlachtfeld von Zerg umzingelt, feuert Sarah Kerrigan verzweifelt ihre Waffe ab, während sie per Funk um Evakuierung bittet.

Die Protoss-Streitkräfte, deren Befehlskette zusammengebrochen war, beschlossen den Rückzug in den Orbit, um weitere unnötige Verluste zu vermeiden. Als Kerrigan zusah, wie die goldenen Kriegsschiffe mit blauen Blitzen den Himmel von Tarsonis verließen, spürte sie eine gähnende Leere in ihrer Brust. Sie hatte ihren Befehl ausgeführt, doch als Gegenleistung hatte sie den gesamten Planeten in den Rachen der Zerg geworfen.

Sobald die gewaltige Bedrohung durch die Protoss gebannt war, wandte der Zerg-Schwarm auf dem Boden augenblicklich seinen hungrigen Blick ab, um nach neuer Beute zu suchen. Und ins Visier geriet Kerrigans kleine Einsatztruppe, die schutzlos inmitten des feindlichen Territoriums zurückgelassen worden war. Staub wirbelte auf, der Boden begann zu beben, und aus den toten Winkeln der Ruinen ertönte gleichzeitig ein markerschütterndes Gebrüll.

"Sie kommen von allen Seiten! Sie überrennen uns!", schrie ein Soldat panisch, als eine riesige Horde von Hydralisken aus den Trümmern hervorbrach. Kerrigan befahl sofort eine Verteidigungsformation und feuerte ihr Gewehr ab. Ein Hagel von Kugeln durchschlug die Panzerung der Zerg und versprühte grünes Blut, doch unaufhaltsam drängten neue Wellen über die Leichen der gefallenen Bestien hinweg.

Kerrigan bündelte ihre Psi-Energie und entfesselte sie gegen die heranstürmenden Zerglinge. Die gewaltige Schockwelle zerriss die Bestien, doch auch ihre eigenen Kräfte schwanden rapide. Die Magazine waren bereits mehrfach gewechselt worden, und über Funk waren nacheinander die Schreie ihrer Männer zu hören. Die Verteidigungslinie zog sich unaufhaltsam zusammen und schnürte ihnen die Luft ab.

Mit blutverschmierten Handschuhen öffnete Kerrigan den Funkkanal ihres Helms und rief außer Atem: "Kommando, bitte melden! Hier ist Kerrigan. Wir haben die Protoss-Kräfte neutralisiert, sind aber jetzt von einer gewaltigen Zerg-Horde vollständig umzingelt." Sie rammte einem anspringenden Zergling die Pistole in den Rachen und drückte ab. Klebrige Körperflüssigkeit spritzte auf ihr Visier.

"Die Munition geht uns aus. Wir haben schwere Verluste. Ich fordere sofortigen Rückzug und Evakuierungsunterstützung an!" Ihre Stimme klang dringlich, doch tief in ihr wohnte noch immer der feste Glaube, gerettet zu werden. Selbst wenn Mengsk sie in diese Hölle geschickt hatte, vertraute sie darauf, dass er sie nach erfolgreichem Abschluss der Mission niemals im Stich lassen würde.

Sie zog einen verwundeten Marine hinter eine Deckung und feuerte ununterbrochen weiter auf die heranstürmenden Feinde. Sie blickte zum Himmel empor und hoffte inständig, das erlösende Grollen der Triebwerke eines Landungsschiffs zu hören. In ihren blauen Augen brannte weniger die Angst vor dem Tod als vielmehr ein eiserner Überlebenswille, lebend zu ihren Kameraden zurückzukehren.

"Kommando, hören Sie mich? Schicken Sie sofort ein Landungsschiff! Wir können uns höchstens noch ein paar Minuten halten!" Während aus dem Funkgerät nur statisches Rauschen ertönte, klammerte sich Kerrigan an ihre letzte menschliche Hoffnung und flehte verzweifelt um Rettung. Ihr inständiger Ruf verhallte ungehört unter dem blutroten Himmel von Tarsonis.

Das Schweigen auf der Brücke und der Verrat

KI-rekonstruierte Illustration: Jim Raynor stellt Arcturus Mengsk wütend auf der Brücke der Hyperion zur Rede, als Mengsk der Flotte befiehlt, Kerrigan zurückzulassen.
KI-rekonstruierte Illustration: Jim Raynor stellt Arcturus Mengsk wütend auf der Brücke der Hyperion zur Rede, als Mengsk der Flotte befiehlt, Kerrigan zurückzulassen.

Kerrigans verzweifelter Hilferuf von der Oberfläche von Tarsonis hallte laut und deutlich durch die Lautsprecher auf der Brücke der Hyperion. Die Stimme, untermalt von Schüssen, Schreien und schwerem Atmen, ließ die Luft auf der Brücke gefrieren. Raynor sprang von seinem Sitz auf und herrschte den Kommunikationsoffizier an: "Startet sofort die Landungsschiffe! Holt sie da raus!"

Gerade als der Offizier mit zitternden Händen die Konsole bedienen wollte, durchschnitt Mengsks kalte, unerbittliche Stimme den Raum. "Dieser Befehl wird annulliert. Die gesamte Flotte bereitet sich auf den sofortigen Abzug aus dem Orbit von Tarsonis vor." Bei diesen Worten hielten alle auf der Brücke den Atem an. Während nur das Summen der Maschinen zu hören war, traute Raynor seinen Ohren nicht und wandte sich langsam Mengsk zu.

"Was haben Sie da gerade gesagt?", fragte Raynor, dessen Stimme vor unterdrückter Wut bebte. "Da unten ist Sarah! Sie hat diese verdammt Mission erfüllt, die Sie ihr aufgetragen haben, und wartet auf Evakuierung! Und Sie wollen sie einfach zurücklassen?" Er ging mit großen Schritten auf Mengsk zu und stellte sich ihm in den Weg, bereit, jeden Moment zuzuschlagen.

Mengsk stand trotz Rayners Zorn gelassen mit hinter dem Rücken verschränkten Händen da und blickte starr auf den Taktikmonitor. "Die Mission ist erfüllt, Commander. Die Protoss haben sich zurückgezogen, und die Zerg vernichten die Konföderation. Unser Ziel ist erreicht. Jetzt müssen wir die Flotte intakt halten und uns auf die nächste Phase vorbereiten." In seinen Augen lag nicht der geringste Funke Mitgefühl für Kerrigan.

Raynor war fassungslos. "Ziel erreicht? Sie hatten von Anfang an nie vor, sie lebend zurückzuholen! Sie war für Sie nur ein Bauernopfer, das man benutzt und wegwirft!" Rayners Brüllen hallte durch die Brücke, doch die umstehenden Offiziere und bewaffneten Wachen schwiegen, eingeschüchtert von Mengsks gnadenloser Macht, und blickten stumm zu Boden.

"Ich bin hier, um die Menschheit zu retten, Jim." Mengsk wandte schließlich den Kopf und blickte kalt auf Raynor herab. "Für die große Sache sind Opfer unvermeidlich. Ich werde unsere glorreiche Revolution nicht wegen irgendwelcher emotionalen Befindlichkeiten gefährden. Wer sich mir in den Weg stellt, wird keine Gnade finden, wer auch immer es sein mag."

Mengsks Worte waren keine bloße Ausrede, sondern der helle Wahnsinn einer unerschütterlichen Überzeugung. Erst in diesem Moment erkannte Raynor die wahre, monströse Natur des Mannes, dem er gefolgt war. Er wurde Zeuge, wie jemand, der geschworen hatte, die Tyrannei der Konföderation zu beenden, zu einem noch grausameren, herzlosen Despoten erwachte.

"Gesamte Flotte, bereitmachen für den Hypersprung." Als Mengsks endgültiger Befehl erging, sprangen die gewaltigen Triebwerke des Schiffes mit einem tiefen Dröhnen an. Die Brückenbeleuchtung blinkte rot, um den Abzug zu signalisieren. Raynor blickte aus dem Fenster auf die schwindende Atmosphäre von Tarsonis und ballte die Fäuste so fest, dass Blut austrat, gepeinigt von einer tiefen Ohnmacht und dem bitteren Gefühl des Verrats.

Die abgebrochene Funkverbindung

KI-rekonstruierte Illustration — Jim Raynor hört auf der Brücke den Hilferuf der auf Tarsonis zurückgelassenen menschlichen Kerrigan.
KI-rekonstruierte Illustration — Jim Raynor hört auf der Brücke den Hilferuf der auf Tarsonis zurückgelassenen menschlichen Kerrigan.

Die Ruinen auf der Oberfläche von Tarsonis hatten sich bereits in ein Meer aus Zerg verwandelt. Kerrigans Gewehr gab schließlich die letzte Patrone ab und verstummte mit einem kalten, metallischen Klicken. Sie warf die leere Waffe zu Boden und zog die Pistole aus ihrem Halfter. Das Brüllen der Zerglinge und Hydralisken, das von allen Seiten auf sie einströmte, drohte ihr das Trommelfell zu zerreißen.

"Kommando... antworten Sie... Wo bleibt das Landungsschiff?" Ihre Stimme war nun von Wut und Verzweiflung heiser. Sie blickte zum Himmel empor, doch die Schiffe ihrer Verbündeten, die einst den Orbit gesäumt hatten, zogen bereits rote Schweife hinter sich her und verschwanden in den Weiten des Alls. Als sie diesen grausamen Anblick sah, schien ihr Herzschlag sekundenlang auszusetzen.

Raynor riss das Funkgerät auf der Brücke an sich und schrie verzweifelt: "Sarah! Hörst du mich? Halt durch! Ich werde dich da irgendwie herausholen!" Er riss sich von den Wachen los, die ihn zurückhalten wollten, und klammerte sich an die Konsole. Doch die Hyperion verließ bereits den Orbit von Tarsonis, und das Einzige, was ihm blieb, war, über den Funkkanal Zeuge ihres Endes zu werden.

Durch Rayners dringliche Stimme in ihrem Helm und die Kondensstreifen der abziehenden Flotte begriff Kerrigan augenblicklich die Situation. Die schreckliche Wahrheit, dass sie eiskalt benutzt und im Stich gelassen worden war, traf sie wie ein Schlag. Ihr ganzes Leben lang hatte sie als Werkzeug der Konföderation gedient, und gerade als sie glaubte, endlich ihre Freiheit gefunden zu haben, fand sie durch die Hand eines anderen Verräters den Tod.

"Arcturus... du Bastard..." Ein hasserfüllter Fluch entrann ihren Lippen. Es war die Wut auf Mengsk, der sie getäuscht hatte, und die Reue über ihren eigenen, törichten Glauben. Sie blickte auf den herannahenden Schatten eines riesigen Ultralisken hinauf und zog den Schlitten ihrer Pistole zurück. Es war ihr letzter Widerstand als Mensch.

"Jim... pass auf dich auf." Ihr letzter Gruß über den Funkkanal klang seltsam ruhig. Gleich darauf füllten das markerschütternde Gebrüll der Bestien und Schüsse die Leitung. Kerrigan drückte den Abzug gegen die unzähligen Klauen und Reißzähne, die auf sie einstürzten, und verschwand schließlich völlig im dichten Staub von Tarsonis.

Mit einem schrillen Störgeräusch brach die Verbindung endgültig ab. Aus den Lautsprechern der Brücke drang kein Ton mehr. Eine unerträgliche, bleierne Stille legte sich über die Brücke der Hyperion. Kerrigans Biosignal, das auf dem Taktikmonitor geblinkt hatte, färbte sich rot und erlosch schließlich für immer im schwarzen Bildschirm.

Raynor brach zusammen und lehnte die Stirn gegen die Konsole. Seine Schultern bebten leicht, und aus seinen geballten Fäusten trat Blut aus, das langsam auf den Boden tropfte. Die Schuld, seine Kameradin nicht gerettet zu haben, und der unbändige Hass auf Mengsk begannen, seine Seele aufzufressen. Die Ghost-Agentin Sarah Kerrigan wurde so auf Tarsonis zurückgelassen.

Die Geburt des Dominions und die Flucht

KI-rekonstruierte Illustration: Jim Raynor steht voller Trauer auf der Brücke der gestohlenen Hyperion, während diese sich durch einen Warpsprung vom brennenden Planeten Tarsonis entfernt.
KI-rekonstruierte Illustration: Jim Raynor steht voller Trauer auf der Brücke der gestohlenen Hyperion, während diese sich durch einen Warpsprung vom brennenden Planeten Tarsonis entfernt.

Dass Kerrigan allein auf dem kalten Schlachtfeld zurückgelassen worden und verschollen war, zerschlug auch Rayners letzte Zweifel. Er konnte keine einzige Sekunde länger mit diesem grausamen Mörder zusammenarbeiten. Heimlich versammelte Raynor die Milizsoldaten aus Mar Sara und seine treuen Anhänger im Hangar. In seinen Augen spiegelte sich eine kalte Entschlossenheit wider, die über alle Trauer hinausging.

"Ab heute treten wir aus den Söhnen von Korhal aus. Mengsk ist ein schlimmeres Monster als die Konföderation. Wir gehen unseren eigenen Weg." Auf Rayners entschlossene Erklärung hin nickten die Männer schweigend und griffen nach ihren Waffen. Sie bestiegen rasch die Landungsschiffe und Jäger und machten sich startbereit. Diese Hölle lebend zu verlassen, war ihr einziges Ziel.

Als Raynor und seine Anhänger das Flaggschiff der Söhne von Korhal, die Hyperion, in einer Blitzaktion kaperten und den Orbit verließen, nahmen Mengsks loyale Truppen sofort die Verfolgung auf und sendeten Warnungen: "Verräter Jim Raynor, schalten Sie sofort die Triebwerke aus und ergeben Sie sich!" Doch Raynor feuerte die Geschütze der gekaperten Hyperion ab und begann, den Belagerungsring zu durchbrechen. Im kalten Weltraum spielte sich die Tragödie ab, dass gestrige Gefährten die Waffen gegeneinander richteten.

Um zu entkommen, mussten sie die gewaltige Ionenkanonen-Verteidigungslinie durchbrechen, die den Orbit von Tarsonis schützte. Mit herausragendem fliegerischen Können und taktischem Geschick drang Raynor in die toten Winkel der Verteidigungstürme ein und eröffnete das Feuer. Mit einer gewaltigen Explosion wurde der Generator der Ionenkanone zerstört, wodurch eine Lücke im Verteidigungsring entstand. Rayners Flotte nutzte diese Chance und fuhr die Hyperantriebe auf maximale Leistung hoch.

Kurz bevor das Schiff vom Licht des Sprungs umhüllt wurde, drang Mengsks Hologramm-Übertragung durch alle Kommunikationsnetze des Sektors. "Die Terranische Konföderation ist gefallen. Ihre Korruption und Inkompetenz haben diese schreckliche außerirdische Invasion heraufbeschworen." Seine Stimme, die über den Leichen von Milliarden Menschen hallte, war voller Triumph und Arroganz.

"Doch die Menschheit wird nicht untergehen. Heute verkünde ich auf dieser Asche die Geburt eines neuen Imperiums. Das Terranische Dominion wird euch beschützen!" Mengsk ernannte sich selbst zum Retter und Imperator der Menschheit und setzte seine wahnsinnige Rede fort. Hinter ihm waberten der schwarze Rauch und die Flammen von Tarsonis wie eine gigantische Aura.

Raynor stand auf der Brücke der gekaperten Hyperion, hörte sich die widerwärtige Rede schweigend an und schaltete den Empfänger abrupt aus. Die bittere Realität, dass anstelle des gestürzten Diktators nun ein noch mächtigerer und schrecklicherer Tyrann herrschte, lastete schwer auf seiner Brust. Er dachte an Kerrigans letzte Worte, die er in der Hölle von Tarsonis zurückgelassen hatte, und versank in tiefem, finsterem Schmerz.

Als das Schiff in den blendenden Blitz des Hypersprungs gezogen wurde, verschwand das Grauen von Tarsonis aus Rayners Sichtfeld. Doch die Wunden und Schuldgefühle, die sich in seine Seele eingebrannt hatten, würden niemals verblassen. Rayners Gestalt, die in die endlose Dunkelheit des Weltraums blickte, war gezeichnet von der tiefen Einsamkeit und der unauslöschlichen Trauer eines Mannes, der alles verloren hatte.

Verwendete Quellen

Offizielle StarCraft-Chroniken von Blizzard

Offizielle Spielvorstellung von StarCraft und Brood War

Offizielle Story-Inszenierung und Referenzbilder aus StarCraft: Remastered

Offizieller Download von StarCraft und Brood War sowie Kauf von Remastered

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Kommentare 1

원작의 사건을 작가님만의 시선으로 재구성한 점이 인상적입니다. 혹시 케리건이 남긴 마지막 통신을 레이너가 들었을 때, 그가 멩스크를 직접 공격하지 않고 히페리온 탈취를 선택한 심리적 배경을 서사적으로 어떻게 해석하셨는지 궁금합니다.

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