StarCraft-Chroniken Kapitel 3 · Die Menschen, die ihre Erde verloren
Kapitel dieser Geschichte
- Erwachen im treibenden Käfig
- Bruchlandung und die ersten Schritte auf fremdem Boden
- Deformierte Expansion jenseits des Überlebens
- Die tyrannische Herrschaft der Terranischen Konföderation
- Die gespaltene Menschheit und der Konflikt der Mächte
- Die Rebellion von Korhal und die Feuersäulen der Apokalypse
- Hass, der aus der Asche blüht
- Die Söhne von Korhal, der Blutschwur
- Geprüfte Quellen
Dies ist eine neue Fan-Erzählung, die auf den Ereignissen des Originals basiert. Die Gefühle der Charaktere, Dialoge und die Atmosphäre der Szenen wurden neu gestaltet und enthalten wichtige Enden.
Erwachen im treibenden Käfig

Eine eisige Kälte, die wie eine Nadel in die Wirbelsäule stach, weckte das gelähmte Nervensystem gewaltsam auf. Ein namenloser Verbannter starrte benommen auf das schwache, rote Notlicht, das hinter dem gefrorenen Glas der Kryokapsel flackerte. Im Inneren des riesigen Transportschiffs, das vom Vereinigten Erd-Directorat gestartet worden war, hallte unaufhörlich ein unheilvoller, mechanischer Warnton wider.
Die Muskeln waren steif wie Stein, und die Luft, die in die Lungen strömte, war scharf wie eine Klinge. Mit zitternden Händen unterdrückte er den Brechreiz und schob die schwere Tür der Kapsel auf. Die schmerzhaften Seufzer derer, die aus einem jahrzehntelangen Schlaf erwachten, begannen wie das Klagen von Geistern in den verschiedenen Sektoren des riesigen Schiffes widerzuhallen.
Es war nicht die ursprünglich geplante Umlaufbahn des Planeten Gantris VI. Da das Navigationssystem des Atlas-Supercomputers vollständig zusammengebrochen war, verloren die vier riesigen Kolonieschiffe ihr Ziel und trieben durch das All. Als die Restleistung der Warp-Antriebe erschöpft war, wurden sie gnadenlos in ein unbekanntes Sternensystem geschleudert, dessen Name sie nicht einmal kannten.
Der Verbannte ging mit schwankenden Schritten auf das zentrale Aussichtsfenster zu. Jenseits des pechschwarzen Weltraums warf das Licht eines fremden Sterns bizarre, riesige Schatten. Das blaue Licht der Erde war längst zu einer fernen Legende geworden, an die man sich kaum noch erinnerte. Sie waren in diesem kalten Universum völlig verlassen worden.
Die Nagglfar, die Reagan, die Argo und die Sarengo. Diese riesigen eisernen Käfige, vollgepackt mit Gefangenen, Dissidenten und als Mutanten Gebrandmarkten, stürzten nun unkontrolliert auf ihren jeweiligen Umlaufbahnen ab. Aus den Kommunikationskanälen drang nur ein unheimliches mechanisches Rauschen, das ihre Verzweiflung bestätigte.
Der künstliche Schwerkraftgenerator des Schiffes schwankte, und der Boden begann sich bedrohlich zu neigen. Die Menschen schrien und klammerten sich verzweifelt an feste Eisenstangen oder die Griffe der Kryokapseln. Der Verbannte hielt den Atem an, als er sah, wie ein fremder Planet mit einer riesigen, roten Atmosphäre in rasender Geschwindigkeit vor dem Fenster näher kam.
Durch die Reibungshitze beim Eintritt in die Atmosphäre glühte die dicke Außenwand des Schiffes rot auf und stieß ein ohrenbetäubendes Dröhnen aus. Die Innentemperatur stieg rapide an, und die Notfall-Sprinkleranlagen sprangen an, doch das reichte nicht aus, um die verzweifelten Schreie der verängstigten Menschen zu übertönen. Dies war keine sichere Landung, sondern ein gnadenloser Absturz in den sicheren Untergang.
Eine heftige Schockwelle erschütterte das gesamte Schiff, wodurch der Strom augenblicklich ausfiel und pechschwarze Dunkelheit hereinbrach. In dem Moment, als die Sicht des Verbannten in der Finsternis versank, füllte nur noch das schreckliche Bersten des riesigen Metallrumpfes, der in den fremden Boden rammte, sein letztes Bewusstsein und raubte ihm alle Sinne.
Bruchlandung und die ersten Schritte auf fremdem Boden

Im Jahr 2259 wurden die Überreste der Menschheit im unbekannten Sternensystem, das später als Koprulu-Sektor bekannt werden sollte, grausam verstreut. Die Sarengo, die auf dem Planeten Umoja abstürzte, zerbrach beim Eintritt in die Atmosphäre in Stücke, was zum Tod aller Insassen führte. Es war ein schreckliches und vergebliches Ende, bei dem ihnen nicht einmal die geringste Überlebenschance gegeben wurde.
Die Überlebenden der Nagglfar hingegen, die auf Tarsonis bruchgelandet war, krochen durch den dichten Rauch ins Freie. Ein namenloser Siedler wischte sich die blutige Stirn ab und griff in die raue Erde des fremden Bodens. Obwohl die Schwerkraft und die Zusammensetzung der Atmosphäre denen der Erde ähnelten, waren die bizarre Farbe des Himmels und der trockene Geruch des Windes bis ins Mark fremdartig.
Die Situation der Argo, die den Planeten Moria erreichte, war nicht viel anders. Auf dem kargen Land, auf dem rote Staubstürme wüteten, mussten sich die Überlebenden im Schutz der Trümmer des zerstörten Schiffes zusammenkauern. Alles, was ihnen gegeben wurde, war der harte und primitive Befehl, in dieser unwirtlichen Umgebung zu überleben.
Unter den schmerzhaften Seufzern der Verletzten durchsuchten die Siedler verzweifelt die Trümmer nach brauchbaren Vorräten. Notrationen und medizinische Versorgungsgüter waren extrem knapp, und als die Nacht hereinbrach, schnitt die bittere Kälte des fremden Planeten ihnen durch die Knochen. Die Erleichterung über das Überleben wich schnell der Angst vor dem bevorstehenden Hunger und der Kälte.
Der Atlas-Supercomputer an Bord der Nagglfar war für die Überlebenden auf Tarsonis der einzige Hoffnungsschimmer und Rettungsanker. Sie stellten die riesige Datenbank von Atlas wieder her, um die Umgebung zu analysieren und Wege zur Trinkwassergewinnung zu finden. Die kalte Rechenleistung der Maschine verlängerte das zerbrechliche menschliche Leben nur mühsam.
Die Menschen begannen, die riesigen Außenwände des Schiffes abzureißen, um provisorische Unterkünfte zu bauen, die sie vor den harten Nächten schützten. Die blendenden Funken schwerer Laserschneider, die sich durch das Metall schnitten, erhellten den nächtlichen Himmel des fremden Planeten. Es war die erste Überlebensnarbe, die die von der Erde Verstoßenen diesem unbarmherzigen Universum aufzwangen, um ihre Existenz zu behaupten.
Die körperliche Arbeit war endlos, und viele brachen vor Erschöpfung und an unbekannten außerirdischen Krankheiten zusammen. Ein Siedler vergrub die kalte Leiche eines Kameraden in der kargen Erde und zitterte mit seinen schwieligen Händen. Die Verzweiflung darüber, nicht nach Hause zurückkehren zu können, verwandelte sich allmählich in einen verbissenen Überlebensinstinkt, auf diesem unbarmherzigen Boden um jeden Preis zu überleben.
Im Laufe der Jahre wurden die schrecklichen Spuren der Bruchlandung allmählich von riesigen Metallstrukturen überdeckt. Das bescheidene provisorische Überlebenslager füllte sich bald mit rauchspeienden Fabriken und rauen Betongebäuden. Es war ein historischer Moment, in dem eine neue außerirdische Spezies namens Menschheit im Koprulu-Sektor tiefe Wurzeln schlug.
Deformierte Expansion jenseits des Überlebens

Jahrzehnte voller Entbehrungen verwandelten die einst karge Siedlung vollständig in eine riesige menschliche Industriestadt. Der Himmel von Tarsonis war stets von dichtem Rauch aus den Schornsteinen der Fabriken verdunkelt, und in den engen Gassen vermischte sich der Geruch von Maschinenöl mit dem Schweiß der hart arbeitenden Menschen zu einem erstickenden Gestank.
Die Ressourcen waren immer noch extrem knapp und engten das Leben der Menschen ein. Ein namenloser Arbeiter trug seine verrostete Bergbauausrüstung auf den schweren Schultern und schleppte sich in die finsteren unterirdischen Minen. Nach sechzehn Stunden harter Arbeit gab es nur erbärmliche Essensrationen, doch niemand wagte es, sich laut zu beschweren.
Im Zentrum der Stadt ragten Wolkenkratzer empor, die auf den Trümmern der alten Schiffe errichtet worden waren und eine einschüchternde Pracht ausstrahlten. Die wenigen Machthaber, die die frühe Besiedlung angeführt hatten, genossen ein sicheres und wohlhabendes Leben in diesen hohen Türmen. Die Unterschicht hingegen musste in den feuchten, sonnenlosen unterirdischen Vierteln wie Vieh um ihr Überleben kämpfen.
Der erbitterte Kampf ums Überleben trat die menschliche Würde mit Füßen. Vor den Essensausgaben brachen täglich verzweifelte Unruhen aus, und Menschen mit eingeschlagenen Schädeln, niedergeknüppelt von privaten Söldnern, lagen auf den kalten Straßen. Ein Arbeiter wandte den Blick vom blutigen Boden ab und eilte schweigend zu seinem Arbeitsplatz.
Tarsonis, das die überlegene Technologie des Atlas-Supercomputers monopolisierte, baute seine Zivilisation weitaus schneller auf als die anderen Planeten. Sie errichteten orbitale Werften und begannen mit dem Bau neuer Schiffe für die Raumfahrt. Das Dröhnen der Triebwerke, die den Himmel durchschnitten, war für die Unterschicht ein Objekt der Ehrfurcht und zugleich ein Symbol einer Unterdrückung, der sie nicht entkommen konnten.
Je rücksichtsloser die Stadt expandierte, desto gründlicher wurde die Umwelt zerstört und verseucht. Giftige Abwässer färbten die Flüsse rot, und radioaktiv mutierte Kreaturen streiften durch die Außenbezirke. Die Siedler wiederholten auf diesem fremden Planeten genau dieselbe zerstörerische Natur, die der Grund für ihre Vertreibung von der Erde gewesen war.
Ein Arbeiter saß in der Ecke einer alten, stinkenden Kneipe und befeuchtete seine müde Kehle mit billigem synthetischem Alkohol. Auf dem Fernsehbildschirm liefen die prunkvollen und betrügerischen Reden der Anführer von Tarsonis, die die Erschließung neuer Kolonien verkündeten. Doch hinter diesen glänzenden Plänen steckte nichts als endlose Gier nach mehr Ressourcen und Sklaven.
Wenn die Nacht hereinbrach, flackerten die Neonschilder der Stadt im dichten Smog auf bizarre und traumhafte Weise. Es war weniger das warme Licht der Zivilisation als vielmehr das Aufblitzen der Augen eines riesigen Monsters, das um sein Überleben kämpfte. Die Menschheit im Koprulu-Sektor fraß so ihre eigene Seele auf und setzte ihre abnorme Expansion und ihr Wachstum unaufhaltsam fort.
Die tyrannische Herrschaft der Terranischen Konföderation

Die gierige herrschende Klasse von Tarsonis rief schließlich eine riesige politische Einheit namens 'Terranische Konföderation' im Weltraum aus. Die privilegierte Schicht, die sogenannten 'Alten Familien', begann auf der Grundlage der Atlas-Technologie und ihrer enormen Militärmacht die absolute Vorherrschaft über den gesamten Koprulu-Sektor zu beanspruchen. Ihre Arroganz schien die Umlaufbahn zu sprengen.
Wenn die Marines der Konföderation in ihren klobigen, riesigen Rüstungen durch die Straßen der Kolonien marschierten, wichen die Menschen verängstigt zurück und machten ihnen schnell Platz. Unter dem Vorwand der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung unterdrückte die Konföderation jegliche Opposition mit rücksichtsloser Gewalt und trieb enorme Steuern ein, um die Wolkenkratzer von Tarsonis noch höher und prunkvoller zu bauen.
Die Bewohner der Randkolonien litten unter der endlosen Ausbeutung durch die Konföderation und ließen in ihren Herzen tiefen Zorn heranwachsen. Ein alter bauer auf einem Randplaneten brach fassungslos zusammen, nachdem ihm bewaffnete Steuereintreiber der Konföderation den Großteil der mühsam geernteten Nahrung weggenommen hatten. Die Flagge der Konföderation war für sie kein Symbol des Schutzes, sondern ein Todesurteil, das den Hungertod besiegelte.
Die Adligen der Alten Familien feierten jede Nacht luxuriöse Feste auf den prachtvollen Orbitalstationen von Tarsonis. Sie tranken erlesenen Wein aus Kristallgläsern und behandelten die Bewohner der Randkolonien wie unzivilisierte, schmutzige Wilde. In ihren arroganten Augen war die Unterschicht nichts weiter als Zahnräder, die schweigend für den Wohlstand der Konföderation verbraucht werden mussten.
Die politischen Intrigen der Konföderation waren listig wie Schlangen und grausam wie Bestien. Sie bestachen Kolonialführer mit enormen Summen und Macht, um interne Spaltungen zu säen, und schickten Meuchelmörder zu jenen, die sich nicht beugten. Die im Geheimen stattfindenden blutigen Säuberungen waren das effektivste und sicherste Mittel, um die Schreckensherrschaft der Konföderation aufrechtzuerhalten.
Die Medien wurden streng kontrolliert, um die Augen und Ohren der Öffentlichkeit zu blenden. Die Nachrichtensender strahlten täglich wie Papageien ekelerregende Propagandasendungen aus, die die Größe der Konföderation und die Barmherzigkeit der Alten Familien priesen. Die wenigen gewissenhaften Journalisten, die die Wahrheit aussprechen wollten, wurden als 'Verräter' gebrandmarkt, in Geheimlager verschleppt und sahen nie wieder das Tageslicht.
Die Militärmacht der Konföderation wuchs von Tag zu Tag und bedrohte die umliegenden Planeten. Riesige Schlachtkreuzer patrouillierten im Orbit von Tarsonis und demonstrierten ihre überwältigende Macht. Jedes Mal, wenn sich der Schatten dieser gigantischen Stahlschiffe über den Boden der Kolonialplaneten legte, wurde den Menschen schmerzhaft bewusst, dass sie dieser gewaltigen Unterdrückung niemals entkommen würden.
Doch je stärker die Unterdrückung wurde, desto heißer und heimlicher glimmte der Funke des Widerstands. In unterirdischen Kneipen und verlassenen Fabrikvierteln in den Außenbezirken begannen sich vorsichtig Stimmen zu sammeln, die über die Tyrannei der Konföderation erzürnt waren. Das glanzvolle goldene Zeitalter der Terranischen Konföderation verrottete, anders als es den Anschein hatte, von Grund auf und zeigte erste Anzeichen des Zusammenbruchs.
Die gespaltene Menschheit und der Konflikt der Mächte

Nicht alle Planeten beugten sich klaglos der grausamen Diktatur der Terranischen Konföderation. Die rauen Bergbaugilden des Planeten Moria schlossen sich zusammen, um sich der offensichtlichen Ausbeutung ihrer Ressourcen durch die Konföderation zu widersetzen, und gründeten das 'Kel-Morian-Kombinat'. Sie versammelten zähe Bergleute und geldgierige Söldner, um ihre Minen vor den gierigen Fängen der Konföderation zu schützen.
Die Hochburg der Kel-Morianer war ein riesiges Industriegebiet, in dem der rote Staub und der schrille Lärm der Maschinen den ganzen Tag über nicht verstummten. Die Anführer des Kombinats leiteten mit teuren Zigarren im Mund kaltblütig die lokalen Gefechte gegen die konföderierten Truppen auf holografischen Taktikkarten. Für sie zählten weder edle Ideale noch eine große Sache, sondern einzig und allein die Besitzrechte an den Ressourcen und enorme Gewinne.
Die Arbeiter des Kombinats zogen es vor, Verbrauchsmaterial des Kombinats zu sein, anstatt elende Sklaven der Konföderation zu werden. Sie trugen illegal modifizierte Bergbau-Rüstungen und lieferten sich blutige Schusswechsel mit den regulären Marines der Konföderation. Dieser erbitterte Ressourcenkrieg, bekannt als die 'Gildenkriege', hinterließ auf beiden Seiten unauslöschliche Wunden und Groll.
Die Menschen auf dem Planeten Umoja hingegen wählten klug einen völlig anderen Weg als den bewaffneten Konflikt. Sie standen dem kriegerischen Expansionismus der Konföderation äußerst skeptisch gegenüber und gründeten im Stillen eine unabhängige, autonome Regierung namens 'Umojanisches Protektorat'. Die Führer von Umoja wollten ihr Territorium eher durch fortschrittliche Technologieentwicklung und strenge Informationskontrolle schützen als durch einen offenen Krieg.
Die Städte von Umoja unterschieden sich in ihrer Atmosphäre stark von den verrauchten Wolkenkratzern auf Tarsonis oder den rauen Industriegebieten auf Moria. Über den ruhigen, ordentlichen weißen Straßen liefen hochmoderne Verteidigungssysteme geräuschlos im Hintergrund. Sie spürten die von der Konföderation entsandten Spione akribisch auf und schleusten im Gegenzug ihre eigenen fähigen Informanten tief in das Herz von Tarsonis ein.
Die Wissenschaftler von Umoja nahmen herausragende Intellektuelle, die dem unterdrückerischen System der Konföderation entflohen waren, aktiv auf, um ihre technologische Macht auszubauen. Sie erforschten im Geheimen Personen mit psionischem Potenzial und suchten nach Wegen, der unmenschlichen Neurosozialisierungstechnologie der Konföderation entgegenzuwirken. Hinter dem friedlichen Schleier des Protektorats tobte ein kalter, erbitterter Krieg des Wissens.
Die Terranische Konföderation, das Kel-Morian-Kombinat und das Umojanisches Protektorat. Die Menschheit im Koprulu-Sektor war somit in drei große Mächte gespalten, die ein haarscharfes, prekäres Gleichgewicht hielten. Das tiefe Misstrauen und die Feindseligkeit füllten den Weltraum mit einer extremen Spannung, und dieses Sternensystem glich einem riesigen Pulverfass, das beim kleinsten Funken explodieren konnte.
In den Grenzgebieten der einzelnen Mächte kam es täglich zu kleineren und größeren bewaffneten Konflikten und verdeckten Machtkämpfen. Namenlose Schmuggler nutzten diese chaotische Lage, um mit illegalen Waffen und seltenen Ressourcen zu handeln, und vollführten dabei einen lebensgefährlichen Drahtseilakt. Selbst nach dem Verlassen der Erde konnte die Menschheit dem schrecklichen Kreislauf nicht entkommen, sich gegenseitig die Kehle durchzuschneiden und Blut zu vergießen.
Die Rebellion von Korhal und die Feuersäulen der Apokalypse

Der Planet Korhal IV, einst die wichtigste und wohlhabendste Kolonie von Tarsonis, lehnte sich als Erste mutig gegen die Tyrannei der Konföderation auf. Der Senator von Korhal, Angus Mengsk, verurteilte die Korruption und die endlose Ausbeutung durch die Konföderation aufs Schärfste und erklärte die vollständige Unabhängigkeit. Die Bürger von Korhal waren von seinen leidenschaftlichen Reden begeistert, strömten auf die Straßen, zerrissen und verbrannten die Flaggen der Konföderation.
Die heißen Flammen der Rebellion breiteten sich im Handumdrehen unaufhaltsam über den gesamten Planeten aus. Trotz mangelhafter Bewaffnung und unzureichender Ausbildung drängten die Milizen von Korhal die konföderierten Besatzungstruppen allein durch ihr Verlangen nach Freiheit mit überwältigender Kraft zurück. Der Name Angus Mengsk brannte sich tief als Symbol der Hoffnung in die Herzen aller Kolonisten ein, die sich nach Freiheit sehnten.
Doch die Alten Familien der Terranischen Konföderation dachten gar nicht daran, diese Rebellion, die ihre Autorität infrage stellte, zu dulden. Sie versuchten zunächst, Angus Mengsk und seine Familie zu ermorden, um den Aufstand im Keim zu ersticken. Als jedoch sein Sohn Arcturus voller Zorn eine Rebellenarmee organisierte und die konföderierten Truppen zurückdrängte, wählten sie eine extreme Lösung. Um die Bedrohung durch Arcturus' Widerstandsarmee ein für alle Mal auszuschalten, wurden aus dem Orbit von Tarsonis tausend Nuklearraketen der Apocalypse-Klasse gleichzeitig auf Korhal abgefeuert.
Das friedliche Abendrot, das den schönen Himmel von Korhal rot gefärbt hatte, wurde in einem einzigen Augenblick von einem unheimlichen, blendenden weißen Licht überflutet. Die Bürger, die auf den Straßen feierten und den Sieg bejubelten, schrien vor Entsetzen auf, als sie den tödlichen Regen sahen, der vom Himmel herabstürzte. Es blieb nicht einmal Zeit für die Sirenen, vor der Evakuierung zu warnen. Riesige Feuersäulen schossen gnadenlos durch die Oberfläche des Planeten empor.
Der extrem heiße nukleare Sturm verschlang gnadenlos alles. Die prachtvollen Wolkenkratzer schmolzen im Nu zu Asche, und unzählige Menschen verdampften auf der Stelle, ohne Zeit zu haben, Schmerz zu empfinden. Der fruchtbare Boden schmolz in der schrecklichen Hitze und glänzte wie Glas, während die Ozeane des gesamten Planeten brodelten und tödlichen Dampf ausstießen.
Radioaktiver Niederschlag fiel unaufhörlich wie schwarze Schneeflocken durch die dichten, dunklen Wolken herab. Korhal, einst der schönste und blühendste Planet im Koprulu-Sektor, wurde an einem einzigen Tag in eine schreckliche radioaktive Wüste verwandelt, auf der kein Lebewesen mehr existieren konnte. Angesichts der gnadenlosen und überwältigenden Macht der Konföderation wurde die Freiheit, von der Korhal geträumt hatte, grausam zertrampelt und ausgelöscht.
Das kontrollierte Nachrichtennetzwerk von Tarsonis berichtete schamlos, die vollständige Zerstörung von Korhal sei eine 'gerechte und barmherzige Bestrafung für die törichten Verräter'. Als die schreckliche Tragödie des zu Asche gewordenen Korhal über die Fernsehbildschirme flimmerte, verfielen alle Kolonialplaneten in eisiges Schweigen. Es war ein tragischer Moment, in dem überwältigende Angst den Platz der Hoffnung vollständig einnahm.
Die Führer der Konföderation stießen in ihren sicheren Bunkern mit edlen Weingläsern an und feierten arrogant ihre unerschütterliche Macht. Sie zweifelten nicht daran, dass der Untergang von Korhal ein perfektes Exempel für all jene statuierte, die von einer Rebellion träumten. Doch sie ahnten nicht, dass in dieser schrecklichen Asche das gefährlichste Monster erwachte, das der Konföderation die Kehle durchschneiden würde.
Hass, der aus der Asche blüht

Arcturus Mengsk hatte das Leben eines zynischen Geschäftsmanns bereits aufgegeben, als er an Bord eines Ressourcen-Erkundungsschiffs am Rande des Sektors erfuhr, dass sein Vater Angus und seine gesamte Familie von den Ghosts der Konföderation grausam ermordet worden waren. Er hatte die Rebellion angeführt, um sich an der Konföderation zu rächen, die seine Familie enthauptet hatte. Doch als er während der Verhandlungen über ein Bündnis auf Umoja erfuhr, dass seine Heimat Korhal durch tausend Nuklearraketen vollständig zerstört und in eine aschgraue Kugel verwandelt worden war, erstarrte er erneut zu Stein. Tief in seiner Brust begann ein kalter, unbändiger Hass wie kochende Lava emporzusteigen.
Er konnte den flackernden Hologrammbildschirm nicht ausschalten und sank tief in den Sitz des Cockpits. Der blaue Rauch, der aus der Zigarre zwischen seinen Fingern aufstieg, verflüchtigte sich bedeutungslos zwischen seinen fest zusammengepressten Lippen. Schwache Gefühle wie Trauer oder Verzweiflung waren ein Luxus. Tief in seiner Brust begann ein kalter, unbändiger Hass wie kochende Lava emporzusteigen.
In der Vergangenheit hatte Arcturus seinen Vater oft als törichten Idealisten verspottet, der die Realität nicht verstand, und Distanz zu ihm gewahrt. Er hatte geglaubt, es sei ein sinnloser Selbstmordversuch, Steine gegen das riesige Monster der Konföderation zu werfen. Doch die blinde Gewalt der Konföderation, die seine Familie ermordete, zertrümmerte seinen langjährigen Zynismus und rief ihn auf das Schlachtfeld. Und nun löschte das beispiellose nukleare Bombardement der Konföderation selbst die unschuldigen Bürger von Korhal grausam aus und tilgte die Quelle seiner Existenz aus dem Universum.
Er streckte seine vor Wut leicht zitternde Hand aus und umklammerte die Metallpanzerung des Cockpits so fest, als wolle er sie zerquetschen. Als er die Augen schloss, hallten die schrecklichen Halluzinationen der Bürger von Korhal, deren Fleisch in den radioaktiven Flammen schmolz und die schrien, wirr in seinen Ohren wider. Diese Halluzinationen wurden allmählich zu einer klaren Stimme, die ihm blutige Rache zuflüsterte. In Arcturus' dunklen Augen blitzte ein kühler, scharfer Wahnsinn auf.
"Die alten Bestien der Konföderation haben keine Ahnung, was sie gerade getan haben", murmelte er mit einer heiseren, tiefen und trockenen Stimme. Die arroganten Adligen der Alten Familien glaubten, sie könnten mit überwältigender Angst alles für immer kontrollieren, doch sie hatten nicht einkalkuliert, welch zerstörerischen Sturm der reine Zorn eines Mannes entfesseln würde, der nichts mehr zu verlieren hatte.
Arcturus stand langsam auf und ging mit schweren Schritten in die enge Waffenkammer des Schiffes. Er nahm eine alte, kalte Pistole in die Hand und strich mit den Fingern über den kühlen Lauf. Er war kein Prospektor mehr, der auf der Suche nach Profit durch das All zog. Sein Herz begann nun, rotes Blut zu pumpen und nur noch für den vollständigen und schrecklichen Untergang der Terranischen Konföderation zu schlagen.
Er bediente geschickt die Kommunikationskonsole, um einen verschlüsselten Geheimkanal zu öffnen, der der Überwachung der Konföderation entging. Er sendete eine heimliche und entschlossene Botschaft an die wenigen Überlebenden, die die Katastrophe von Korhal wie durch ein Wunder überstanden hatten, und an die Untergrundorganisationen, die die Tyrannei der Konföderation verabscheuten. Es war keine Trauerbekundung für die Opfer, sondern die Erklärung eines blutigen Krieges. In Arcturus' Stimme lag nicht der geringste Zweifel oder Zögern.
Jenseits des Aussichtsfensters erstreckte sich still die endlose, pechschwarze Dunkelheit des Weltraums. Arcturus sah in dieser Dunkelheit deutlich eine blutrote Zukunft, in der die Wolkenkratzer von Tarsonis brannten. Er schwor, die Revolution, die sein Vater nicht vollenden konnte, um jeden Preis zu Ende zu führen, und dabei kein noch so grausames Mittel zu scheuen. Um das Monster in Stücke zu reißen, war er bereitwillig entschlossen, selbst zu einem noch größeren und schrecklicheren Monster zu werden.
Die Söhne von Korhal, der Blutschwur

In einem verlassenen Asteroidenstützpunkt am Rande des Umojanischen Protektorats versammelten sich in einem dunklen, feuchten Hangar vorsichtig Dutzende von Menschen. Es waren Überlebende, die der Katastrophe von Korhal entkommen waren, Soldaten, die sich den Massakerbefehlen der Konföderation widersetzt hatten und desertiert waren, und jene, die ihre geliebten Familien durch die endlose Tyrannei der Alten Familien verloren hatten. In ihren hohlen Augen lag eine tiefe Erschöpfung und ein gefährlich schwelender Zorn.
Arcturus Mengsk stieg mit schweren Schritten auf ein rostiges eisernes Podest. Sein langer, schwarzer Mantel warf im grellen Licht der Scheinwerfer einen dichten, riesigen Schatten. Er blickte tief in die narbigen Gesichter der versammelten Menschen, eines nach dem anderen. In diesem Moment atemberaubender Stille herrschte im Hangar eine so extreme Spannung, dass man nicht einmal den Atem von jemandem hören konnte.
"Unsere wunderschöne Heimat wurde niedergebrannt", hallte Arcturus' Stimme schwer an den Wänden des leeren Hangars wider. "Die Konföderation hat unsere Familien grausam in Asche verwandelt und nennt das Frieden. Sie wollen, dass wir uns vor überwältigender Angst beugen und für immer auf den Knien bleiben. Aber wir werden niemals vor ihnen das Haupt neigen."
Aus der wütenden menge war das Geräusch von jemandem zu hören, der seine Fäuste so fest ballte, dass die Knöchel weiß wurden. Arcturus stützte sich schwer auf das Podest und beugte sich nach vorn. "Mein Vater Angus Mengsk starb wie ein Tier, während er nach Freiheit schrie. Ich trage sein Blut in mir und werde diesen schrecklichen Kampf, den er hinterlassen hat, zu Ende führen. Wir werden unseren Zorn tief in das verrottete Herz der Konföderation rammen."
Sein Blick brannte vor unbändiger Rachsucht. "Wir fliehen nicht mehr in die Dunkelheit. Wir werden nicht mehr im Stillen weinen. Wir sind die Inkarnation der Rache, geboren aus der Asche von Korhal, und die Flamme des Zorns, die dieses verrottete Universum vollständig reinigen wird. Wir sind die 'Söhne von Korhal'!"
Sobald Arcturus' leidenschaftliche Erklärung endete, füllte sich der Hangar mit ohrenbetäubendem Jubel. Die Menschen reckten ihre verrosteten Bajonette und Fäuste in die Höhe und riefen wie besessen nach den Söhnen von Korhal. Auf ihren Gesichtern blühte anstelle der erdrückenden Verzweiflung ein wahnsinniger Hoffnungsschimmer und Mordlust auf. Arcturus blickte auf diese enthusiastische Reaktion herab und lächelte innerlich kalt und berechnend.
Er kalkulierte genau, welch hervorragende und scharfe Waffe diese blind vor Wut rasende Menge sein würde. Die süßen und edlen Vorwände von Gerechtigkeit und Freiheit waren die perfekten Fesseln, die sie dazu bringen würden, bereitwillig ihr Leben zu opfern. Arcturus hob die Hand, um den Jubel zu dämpfen, und begann, kühl die erste bewaffnete Operation anzuweisen, die eine Versorgungsbasis der Konföderation treffen sollte.
In diesem Moment, in dem die Söhne von Korhal geboren wurden, begann sich das riesige und blutige Zahnrad, das zum Untergang der Terranischen Konföderation führen sollte, mit lautem Dröhnen zu drehen. Ohne die schreckliche Bedrohung durch die noch kommenden, unbekannten außerirdischen Spezies zu ahnen, injizierte sich die Menschheit das tödlichste Gift, das sie selbst erschaffen hatte, in die eigenen Adern. Das wahre Zeitalter des Blutes, das das Universum verschlingen sollte, hatte endlich begonnen.
Geprüfte Quellen
Offizielle StarCraft-Chroniken von Blizzard
Offizielle Spielvorstellung von StarCraft und Brood War
Offizielle Story-Inszenierung und Referenzbilder von StarCraft: Remastered
Die Vergangenheit von Mengsk und Kerrigan, erklärt von den Entwicklern
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