Wichtige Informationen
Der Neurowissenschaftler David Bueno erklärt, dass das menschliche Gehirn aufgrund eines hohen Maßes an neuronaler Plastizität in der frühen Kindheit eine einzigartige Fähigkeit zum Spracherwerb besitzt. Diese biologische Eigenschaft ermöglicht es Kindern, Verbindungen leichter als Erwachsene zu knüpfen, was die gleichzeitige Entwicklung mehrerer Sprachen erleichtert.
Bueno identifiziert ein spezifisches „Zeitfenster“ für das Sprachenlernen, das zwischen der Geburt und dem sechsten Lebensmonat beginnt und sich bis zum dritten, vierten oder fünften Lebensjahr des Kindes erstreckt. Während Kinder in mehrsprachigen Umgebungen möglicherweise ein paar Wochen länger brauchen, um Kommunikationsfähigkeiten zu entwickeln, passt sich das Gehirn schnell an die notwendigen sozialen Anforderungen an.
Für Erwachsene merkt Bueno an, dass das Erlernen einer neuen Sprache zwar weiterhin möglich ist, aber mehr Anstrengung erfordert. Der Erfolg hängt von Faktoren wie ausreichend Zeit, einer entspannten Herangehensweise und der Sicherstellung ab, dass die Sprache einen praktischen sozialen Nutzen im täglichen Leben des Lernenden hat.
Bueno betont, dass die formale Ausbildung in einer Sprache oft scheitert, wenn ihr die reale soziale Anwendung fehlt. Er nennt als Beispiel das Englischlernen an Schulen in Katalonien, wo Schüler zwar jahrelang lernen, aber Schwierigkeiten haben, fließend zu sprechen, weil die Sprache nicht in ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld verwendet wird.


